Presseschau des Tages // 21.1.2021

· Pressestimmen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zeigt Verständnis für den Ruf nach Schulöffnungen in der Corona-Krise. "Ich verstehe jeden, der für offene Bildungseinrichtungen kämpft", sagte der CDU-Politiker im Interview des "Handelsblatts" (Donnerstag). Schulen und ihre engagierten Lehrerinnen und Lehrer bemühten sich sehr, dass auch in dieser Ausnahmesituation nicht das Wissen eines ganzen Schuljahres verloren gehe.

Der frühere Bundesfinanzminister wies darauf hin, dass vor allem Kitas und Grundschulen eine wichtige Funktion hätten, die weit über das Vermitteln von Lerninhalten hinausgehe und nicht durch digitalen Unterricht ersetzt werden könne. "Das gilt gerade für Familien, die in einer sozial schwierigen Lage sind, oder auch für Familien mit Migrationshintergrund. Die Schulen leisten einen riesigen Beitrag zur Integration", sagte der Bundestagspräsident. Schäuble betonte, dass dies bei allen Entscheidungen mitbedacht werden müsse, genauso wie die gesellschaftlichen Auswirkungen.

 

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert zusätzliche Angebote für benachteiligte Schüler in der Corona-Krise und will die Länder dabei unterstützen. "Ich habe den Ländern angeboten, dass wir solche Programme in den Ferien wieder auflegen können", sagte Karliczek am Donnerstag im Podcast "Die Schulstunde" des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Der Bund sei gern bereit, sich daran zu beteiligen zu überlegen, wie der Nachholeffekt beim Lernen gerade für diejenigen zu schaffen sei, die zu Hause nicht so gut gefördert werden könnten und deshalb besonders unter ausgefallenem Präsenzunterricht litten.

"Jetzt muss man einfach gucken: Wo gibt es Defizite? Wo gibt es Nachholbedarf?", sagte Karliczek. Und dann müsse man gezielt schauen, diesen Schülern zu helfen. "Das ist eine Sorge, die uns natürlich sehr, sehr umtreibt", sagte die Bundesbildungsministerin. "Damit müssen wir uns jetzt auseinandersetzen."

Karliczek verwies darauf, schon nach dem vergangenen Schuljahr hätten einige Bundesländer gezielt Empfehlungen in den Zeugnissen gegeben, an Summer Schools teilzunehmen. Dabei habe der Bund im Bereich der Betreuung das eine oder andere Land unterstützt. Ihre gehe es darum, "dass eben ein gutes Angebot in den Ferien gemacht werden kann", so die Bundesbildungsministerin. Sie habe den Ländern hier auch für dieses Jahr Unterstützung angeboten.

"Ich denke, das wird uns noch länger beschäftigen", sagte Karliczek zu den zusätzlichen Problemen benachteiligter Schüler durch die Corona-Krise. "Und wir müssen eine Antwort darauf geben." Dies müsse womöglich auch eine Antwort sein, die sich nicht allein auf zusätzliche Angebote in den Oster- oder Sommerferien beschränke, sondern stärker langfristig angelegt sei. (KNA)